Sonntag, 31. August 2008

Das Leben hier...

Hola!

Heute mal ein Eintrag ohne viele spektakuläre Ereignisse (dafür wohl auch ohne Fotos - ich liege gerade faul in der Hängematte im Patio, genieße die Nacht und werde jetzt nicht aufstehen und meine Kamera holen...). Dafür möchte ich einfach mal ein paar Eindrücke vom Leben hier schildern. 

Für sich genommen ist allerdings vorab erwähnenswert, dass wir am Freitag die erste Carrete (= Party) hier bei uns im Haus organisiert haben - und sie extrem gut war! Zu Höchstzeiten waren wohl so an die 90 Leute im Haus, mein Zimmer fungierte (ohne Möbel) als Tanz-Raum und die letzten Gäste gingen gegen 6-7 Uhr morgens. Un seitdem bekommen wir von allen Seiten Komplimente: für die Party, insbesondere aber auch für unser tolles und gemütliches Haus. Wer also gemütlich in Santiago Urlaub machen möchte ist herzlich willkommen!

Ansonsten geht das Leben hier so langsam geordnetere Bahnen: Meine Kurse (bislang nur zwei, am Dienstag beginnt der dritte) sind nett & interessant, in noch aus Stuttgart bekannter Manier wird viel zu Hause gekocht (vegetarisch - zwei meiner Mitbewohner sind Vegetarier. Da lebe ich im Land der Würstchen und des guten Fleischs und wohne mit Vegetariern!), und über Möglichkeiten, etwas mit meinen Freunden zu unternehmen kann ich mich auch nicht beklagen. Einzig das Reisen kommt mir (noch) zu kurz. Eigentlich war ein Kurztrip nach Mendoza für dieses Wochenende geplant, der aber aus Zeitmangel verschoben werden musste. Spätestens jedoch wenn Melanie mich auf ihrer Südamerika-Reise Ende September besuchen wird ist ein längerer Ausflug in den Norden abgemacht!

Mein Spanisch wird auch so langsam. Das größte Problem ist es für mich immer noch, die Chilenen zu verstehen. Es gibt wohl kein anderes spanischsprachiges Land, in dem 
die Leute a) so schnell, b) so genuschelt und c) mit so vielen eigenen Ausdrücken ("Chilenismos") sprechen (die wichtigsten: huevon = Kunpel, Arschloch; hueva = das Ding / Zeug; bacán = geil; po = drückt einfach eine qualitative Steigerung aus - so ist der "Miércoles Po" bspw. eine große Party am Mittwoch; Carrete - Party; copete - mitgebrachter Alkohol; ...) Als Trost bleibt mir, dass ich nach Chile wohl jedes Spanisch der Welt werde verstehen können. Das Reden klappt mehr oder weniger gut (zumindest kriege ich regelmäßig Komplimente...), allerdings muss ich jetzt langsam mal für weitere Fortschritte mehr Vokabeln lernen. zwei spanische Bücher liegen schon auf meinem Nachttisch: "Momo" und Erzählungen von Poe. Da liegen sie allerdings schon seit knapp einer Woche, ohne dass ich reingeguckt hätte...

Ich habe meine erste "Prueba de la lectura" hinter mich gebracht und eine 4,0 bekommen - das ist genau in der Mitte (das Beste ist eine 7,0) und ist in etwa vergleichbar mit einer 3,7. Aber immerhin bestanden! Und einige Chilenen haben schlechtere Noten, hah!

Meine Rippe tut immer noch immer mal wieder weh, wird aber besser. Den Heilungsprozess werde ich jetzt aber gnadenlos abwürgen: Heute habe ich wieder mit Jogging angefangen, Dienstag kommt mein neuer Sport - Capoeira.

Zuletzt noch dieses: Der Frühling ist da! Und das macht das Leben hier wirklich toll! Zwar ist es ab und zu immer noch etwas kühl im Haus, aber zumindest frieren muss man kaum noch. Heute waren wir den ganzen Tag im T-Shirt unterwegs und auch das Asado (Grillfest) gestern fand wieder im Freien statt. Jetzt muss ich nur noch ein paar Sachen für die neuen warmen Temperaturen shoppen gehen - für den Winter war ich gut ausgerüstet, aber jetzt müssen neue T-Shirts und (dank dem Dieb vom dritten Tag) eine neue Sonnenbrille her.

Soweit von mir, ich freu mich über Nachrichten aus der Heimat!

Alles Gute,

Felix

P.S.: Ein Foto habe ich dann doch noch gefunden: Von einer sehr witzigen nacht mit meinen Wohngenossen (Mario hat das Foto gemacht) in der Karaoke-Bar unseres Vertrauens. Außer uns war niemand da, was der Sache aber keinen Abbruch getan hat. So konnten wir immerhin alles geben, was wir konnten!


Sonntag, 24. August 2008

Endlich wieder - drei ausgewählte Ereignisse


Hah! Zwei Wochen, so schlimm hatte ich mir das nicht vorgestellt...

Drei Ereignisse und ein paar kleinere Updates gibt es in diesem Beitrag, letztere zuerst: 
1) Ich kann leider nicht Montañismo machen, dafür schaue ich jetzt mal, ob ich einen anderen Sportkurs finde - eine Option wäre ein Kurs zu Lateinamerikanischem Tanz (Salsa, Merengue, Tango). Oder Capoiera...  
2) Unsere Wohnung ist jetzt voll - eine Finnländerin (Paulina) sowie eine weitere Katze (jetzt sind es drei) sind neu eingezogen. Freitag ist Einweihungsparty. 
3) Es ist immer noch kalt in Santiago, aber die Sonne macht uns ab und zu richtig schöne Sommertage! 
4) Ich habe Post bekommen!!! Danke Birte, Jan und Maja!!!! Und allen Mailschreibern natürlich auch!!!

Soweit dazu, jetzt zum Hauptteil: Wochenende in La Serena, Skifahren II & Asado (BBQ). Sogar mit Fotos!

La Serena ist eine Stadt etwa 7h nördlich von Santiago - das ist etwa die Entfernung ab der die Chilenen anfangen, von "Entfernung" zu sprechen. Berühmt ist sie vor allem als zweitwichtigstes Strandbad von Chile (nach Viña del Mar) sowie für die vielfältige Landschaft sowie den klarsten Himmel Chiles (im Valle Elqui, kurz hinter La Serena). Um es vorweg zu nehmen - wir haben nichts davon gesehen (bzw. genutzt - gesehen haben wir den Strand schon).

Paulina, Janina (meine Mitbewohnerinnen) und ich sind also vergangene Donnerstag Nacht im Überlandbus zur ersten größeren Reise hier in Chile aufgebrochen - ohne viel von der Stadt zu wissen, aber mit der Handynummer einer Chilenin im Gepäck, mit der ich zusammen einen Kurs habe und die in La Serena wohnt (und die sinnigerweise den Spitznamen Serena hat, was regelmäßig zu Verwirrungen führt, wenn man von diesem Wochenende erzählt/schreibt. Dass ihr richtiger Name Janina ist hilft leider angesichts meiner Mitbewohnerin nicht wirklich weiter, um Verwechslungen zu vermeiden...). 

Freitag war ein richtiger Sommertag, weshalb wir auch die Stadt von ihrer besten Seite erleben konnten, inklusive 5-stündigem Strandspaziergang in die Nachbarstadt (mit einem riesigen Kreuz auf einem Hügel, das an Hässlichkeit nicht zu überbieten ist). Abends dann frischer Fisch im Restaurant und eine großartige Party mit Serena (der Freundin) und ihren Bekannten in den Klippen am Strand bis in den Morgen. Hier endet dann leider auch das schöne Wetter...

... und weicht einer Jahrhundertsensation. In dieser Gegend regnet es normalerweise nur an fünf Tagen im Jahr, und insofern können wir uns wohl glücklich schätzen, zwei Tage Unwetter am Stück und ohne Pause miterlebt zu haben. Unsere ursprünglich geplanten Ausflüge ins Umland konnten wir uns so abschminken, was angesichts unserer Verfassung (unser "Frühstück" bestand aus KFC im nahe gelegenen Mall gegen 14 Uhr und mit argen Kopfschmerzen) wohl aber auch nicht das Schlimmste war. Ideal war dagegen die Alternative - eine Einladung von Serena in das Haus ihrer Familie zum 50sten Geburtstag ihres Vaters. 

Und diesen kann man sich ruhig so Klischeehaft denken, wie man sich eine südamerikanische Familie vorstellt: Alle Verwandten da, es wird gemeinsam gesungen, Gitarre gespielt (ich habe übrigens alles verlernt), viel erzählt, getanzt und gegessen - selbst gebackene Empanadas (gefüllte Teigtaschen, das traditionelle Gericht in Chile). Und wenn man mit blonden Haaren hier unten schon soieso auffällt, hier habe ich eine ganz besondere Verehrerin gefunden - die 8-jährige Cousine von Serena, die mich wohl vom Fleck weg geheiratet hätte...

Leider habe ich noch) nicht die Fotos vom ganzen Wochenende (meine Kamera hatte leider recht schnell keine Energie mehr), hier aber ein, zwei Impressionen:

(Pinguine haben wir zwar nicht gesehen, hätten wir aber können wäre das Wetter besser gewesen. Wir müssen wohl zurückkehren...)

Das zweite wichtige Ereignis ist Skifahren II am Freitag (vorgestern), diesmal in einem anderen Ressort. Muss nicht viel zu gesagt werden, nur dass ich es hasse, dass Franzosen untereinander dauern Französisch sprechen und nur dann spanisch, wenn sie was von einem wollen (aber eigentlich sind sie sehr nett...). Und dass es zwei Stürze gab: Einmal meinen (seitdem tut mir der rechte Rippenbogen etwas weh - aber ist sicher nichts Dramatisches; und wenn, ich bin versichert) und den meiner Freundin Pauline (nicht zu verwechseln mit PaulinA, meiner Mitbewohnerin). Sie hat sich aller Wahrscheinlichkeit nach einen Kreuzbandriss zugezogen - ärgerlich. Das Wetter war aber toll, und auch hiervon ein paar Bilder:



Schließlich, Asado. Asado bedeutet Grillen/BBQ und ist DIE typische Mahlzeit für Chile. Im Unterschied zu Deutschland wird hier nur Fleisch gegrillt, dafür davon aber umso mehr. Salate, Salsas etc. gibt es nebenher, und irgendwie ist auch die Attitüde anders. Ich will jetzt nicht in Stereotype verfallen, aber ein chilenisches Asado ist irgendwie lockerer/spontaner/unkomplizierter als ein deutsches Grillen. Genau kann ich das leider nicht fassen. Ist halt ein Gefühl. Großartig war es auf jeden Fall heute (Sonntag): Mit ca. 20 Leuten sind wir in den Süden Santiagos zum Haus eines Freundes gefahren, wo groß aufgetischt wurde - ein ganzer Nachmittag nur mit Essen, Musik, netten Gesprächen, neuen Bekanntschaften, Tischtennis - einfach schön. Viel gibt es nicht zu erzählen, dafür auch hiervon Fotos, die einfach einen kleinen Eindruck vom Leben hier geben (zugegeben, das ist schon auch die schönste Seite des Lebens hier):



Und zu guter Letzt: Das Versprechen, in Zukunft wieder häufiger zu schreiben!

Ade'le

Dienstag, 12. August 2008

Skifahren und ein bisschen Uni


Ja, ich hatte wohl recht - jetzt ist es gar eine ganze Woche geworden. Und da sich die Beschwerden häufen (ich fühle mich ein bisschen geschmeichelt... immerhin scheint der Blog ja gelesen zu werden) raffe ich mich nun auf und schreibe wieder. Aber anstelle die Tage einzeln durchzugehen, die seit dem Eintrag vom vergangenen Montag verstrichen sind, ein paar auszugsweise Anekdoten und Erkenntnisse (vieles wiederholt sich sonst ja einfach auch - heute Kochen hier, Feiern dort, ...). 

Das wohl spektakulärste Ereignis der vergangenen Woche fand am Sonntag statt: Skifahren in den Anden!

Nachdem es geschätzte 8 Jahre her ist, seit ich das letzte Mal auf den Brettern stand war ich angemessen nervös - da halfen auch alle guten Ratschläge á la "das ist wie Fahrradfahren und Schwimmen - das verlernt man nicht" relativ wenig (zumal ich auch lange nicht mehr Fahrrad gefahren bin und neulich in Tübingen Probleme beim freihändigen Fahren hatte!). Da Joe, mein englischer Freund, den ich für die Nacht bei mir einquartiert hatte, leider wie jeder echte Engländer auch richtig gut schnarcht habe ich in der Nacht von SA auf SO zusätzlich noch kein Auge zutun können - Wasser auf die Mühlen meines mulmigen Gefühls.

Früh morgens um 6 sind wir dann aus dem haus, um auch rechtzeitig beim Verleih anzukommen. Ganz unproblematisch (leider nicht ganz so billig) kann man sich da komplett ausrüsten lassen, von Hose bis zu Skiern (eine albern große und selten hässliche Mütze habe ich zum Glück leihen können, meine großartige North Face-Jacke taugt auch als Skijacke). Um 8:30 dann Abfahrt, um 10 standen wir auf der Piste ("wir" sind in diesem Fall 13 Leute - davon allerdings nur 6 engere Freunde). 

Was soll ich sagen - es lief ziemlich gut! Ist fast wie Fahrradfahren! Als nicht-ganz-so-perfekter-Fahrer wie die meisten anderen habe ich mich dann einen Großteil der Zeit John gewidmet - einem anderen Engländer, der noch nie Ski gefahren ist... Und wie ein echter Skilehrer habe ich (mit ein bisschen Babysitter-Hilfe der anderen, zugegeben) im Laufe des Tages dazu bringen können, mit nur 3 Stürzen eine Piste runterzukommen ("I ski just like a pro!")! Super Gefühl, im Schneepflug Stöcke-haltend vorneweg zu fahren.

Hier ein paar Bilder...









Neben dem Skifahren ist wahrscheinlich auch nicht ganz unwichtig, dass meine Uni jetzt "richtig" angefangen hat. Meine Kurse sind die folgenden (vor allem für Dörthe, damit sie auf die Frage nach dem "Was macht Felix eigentlich da?" antworten kann!):

1) Narración Grafica - ein ziemlich interessanter Kurs über das gestalten von Grafiken in journalistischen Formaten
2) Taller de Fotografía de Reportaje - Fotoreportagen-Kurs
3) Lenguaje Visuál - Ein Rundumschlag über visuelle Kommunikation. Sehr spannend, aber auch sehr arbeitsintensiv, fürchte ich...
4) Seminario de la Cultura Chilena - Von Volkswirtschaft Chiles bis zur Kultur der Mapuche (der Ureinwohner); extra für die Austauschstudenten zugeschnitten; fängt aber erst im September an
5) Vielleicht Montañismo - Bergsteigen :-) Leider wollen diesen Kurs viel zu viele Studenten machen, es gibt aber nur 20 Plätze. Daher wird das wohl nichts...

So, lange genug geschrieben. 

Chau! 

Dienstag, 5. August 2008

Introducción, Freunde, Feiern (& Postille)

Buenas Tardes,

So ist es immer - ehrgeizig ist aller Anfang, jeder Tag bringt einen neuen Eintrag, jedes Detail wird berichtet. Und dann, irgendwann, schleicht sich der innere Schweinehund ein. Mal mit scheinbar sinnvollen Argumenten ("Ach, nochmal über eine Party schreiben ist doch doof"), manchmal mit eher mäßig cleveren Ausreden (Danke, Jazz, für das Anfixen mit Pacman!). Heute aber will ich mich quälen und einen "kurzen" Abriss über die letzten Tage geben:

Donnerstag

Der Tag der Introducción. Gemeinsam mit ca. 150 anderen Studenten (die Introducción wird in vier Schichten gemacht - insgesamt sind wir ca. 600 Extranjeros) saß ich in der Aula, habe mir eine vollgepackte PowerPoint angeschaut, wenig verstanden, und auch die anhscließenden Fragerunden mit Studenten nicht sooo hilfreich gefunden. Aber, ganz großartig: Das Weggehen danach! Es gibt hier eine Studentengruppe - die "Comisión" -, die für uns Intercambios alles Mögliche organisiert. Im Anschluss an die Introd. zum Beispiel einen Ausflug an den bislang urtümlichsten Ort in Santiago - die Pioquera (Übersetzt: Spundloch / Spelunke; das ist aber der richtige Name - angeblich auf einen Präsidenten Chiles zurückzuführen, der die hier  Anwesenden eher abfällig betitelte). 

Inmitten von Bierbänken, folkloristischer Gitarrenmusik, Gegröle, dampfenden Töpfen (ein bisschen Kartoffel - viel fettes Fleisch), betrunkenen (sehr freundlichen!) Chilenen aller Altersstufen und dichten Rauschschwaden standen also wir, ca. 60, Wagemutigen ein wenig verloren herum. Das gab sich mit dem ersten Terremoto (dt.: Erdbeeben; ein Getränk aus viel Alkohol und Zitroneneis im stilechten Plastikbecher) relativ schnell, und ein paar sehr nette Leute hat man auch ziemlich fix kennengelernt. Ein Ort, an den ich jeden der nach Santiago kommt unbedingt hinführen muss!

Freitag

Der Tag an sich war nicht weiter erwähnenswert. Abends hat die umtriebige Comisión allerdings gleich eine weitere Party für uns organisiert, diesmal etwas gesitteter in einer szenigen Bar. Auch nicht wirklich besonders, wäre da nicht das Ende gewesen... Mein Gespür für die wichtigen Kontakte ausnutzend erfuhr ich, dass diejenigen, die lange genug warten und einen offenen Eindruck machen, auf eine Privatparty mitkommen könnten. Diese heißen "Asado Copete" - Asado steht für "Grillfest" (der Vorwand) und "Copete" für die mitzubringenden Getränke (der Zweck). In Roberts Apartment im 10. Stock, mit tollem Balkon, haben wir dann also die Nacht verbracht. Sehr großartig, und außerdem keine Eintagsfliege - Robert versicherte mir, dass hier regelmäßig Feste stattfänden, und  auch seine Nummer habe ich mir in weiser Voraussicht gesichert.

Samstag

1.) Körperwelten... Die Ausstellung. Uah... ja, ich war drin (samt Janina, meiner Mitbewohnerin und ihren Freunden), und ja, ich kann sie empfehlen, und nein, ich habe das Gehirn zum Anfassen nicht berührt. 

2.) Netter Abend. Zuerst asiatisch Essen gehen in großer Runde (ca. 15 Leute, alle von den Festen der Vortage zusammengetragen - hier entwickelt sich sowas wie ein netter Freundeskreis in meinem Viertel. In Santiago isst man übrigens sehr gerne, gut & billig Sushi.), danach gemeinsames Ausgehen in einen Club, 2 Minuten von meinem Haus. Das Szeneviertel macht sich bezahlt. Bis 4 geblieben, wieder mit neuen Leuten, wieder nette Bekanntschaften, und mit einer nicht lang fackelnden Mitbewohnerin: Kaum drei Minuten da, schon einen Chilenen an der Angel. 

Sonntag

Nach ein paar eher regnerischen Tagen hatte sich der Smog verzogen - und zu sechst haben wir dann den Cerro San Christobal, den höchsten Berg der näheren Umgebung (noch nicht in den Anden! ;-)) bestiegen. Bild folgt:


Ein großartiger Blick, und noch großartigeren Bergen um uns herum. Kurzerhand wurde dann auch folgerichtig der Entschluss gefasst, kommenden Sonntag Skifahren zu gehen...

Der Abend war dann ein ganz normaler: Mit Kochen, nettem Beisammensein und verhältnismäßig frühem Zu-Bett-Gehen.

Montag

Endlich der Tag heute - der erste Unitag. Frustriert nehme ich zur Kenntnis, dass die BWL-Kurse, die mich interessieren, keine gültigen Raum-,  Zeit- und Prof.-Angaben haben, und mir scheinbar auch niemand helfen kann, werde ich wohl einzig Journalismus-/Kommunikationswissenschaftskurse belegen. Und Bergsteigen :-). 

Der einzige Kurs (Multimedia-Journalismus) heute war recht harmlos; zum Einen ist er auf Englisch (mein wohl einziger), zum anderen ist es eher ein in lockerer Atmosphäre ablaufendes Durchspielen verschiedener Interview-Situationen für verschiedenen Medien. Ich denke, diesen Kurs werde ich behalten :-) (das Verfahren sieht vor, dass wir uns in dieser Woche alle für uns interessanten Kurse angucken und dann kommende Woche einschreiben). 

So, bevor ich auch den heutigen Abend haarklein wiedergebe eine kurze Warnung an alle, die sich um meine Sicherheit in diesem üblen Südamerikansichen Land sorgen: Es geht um einen Überfall nur zwei Straßen von der meinen entfernt. Aber jetzt habt ihr es eh gelesen und könnt also getrost auch weitermachen. 

Eine Freundin wurden auf dem Heimweg ca. 200 m von ihrem (und ca. 800 Meter von meinem) Haus entfernt überfallen, sie war in einer Gruppe mit zwei weiteren Mädels unterwegs. Zwar konnte sie ihre Tasche retten (dank beherzt eingreifender Leute aus der Bar gegenüber), wurde aber zu Boden gestoßen und stand doch etwas unter Schock, als ich dazukam, um die drei nach Hause (eine wohnt nicht in unserem Viertel) zu begleiten. 

Naja, shit happens. Ich fühle mich hier trotzdem wohl. Und meiner großen Schwester wurde ja schließlich auch das Handy gemopst (ok, der Vergleich "hinkt" ein wenig).

So viel wieder von mir, jetzt kann der Schweinehund wiederkommen!