Sie ist ein wenig kleiner als ich, hat langes, dunkles Haar, funkelnde Augen, ist ungeheuer lebhaft und verspielt, spricht (natürlich!) besser Spanisch als ich - dazu noch mit diesem süßen chilenischen Dialekt.
Kurz und gut: Ich bin verliebt.
Sie heißt Valentina, und ich habe sie vergangenes Wochenende getroffen (bevor es mich getroffen hat). Aber der Reihe nach: Mit Cynthia, einer guten (chilenischen) Freundin und Tandempartnerin (sie spricht sehr gut Deutsch und wird Jan.-März auch in Deutschland sein) bin ich über das Wochenende nach Valparaíso gefahren. Valparaíso (oder cooler: Valpo) liegt direkt an der Küste und ist die wichtigste Hafenstadt Chiles. Daneben ist sie aber auch eine der malerischsten. Auf unzähligen Hügeln gebaut schlängeln sich hier Straßen und (häufiger) Gassen sowie Treppen durch pittoreske Stadtviertel, viele Gebäude bunt bemalt und allesamt alt.
Dabei darf man sich Valpo aber nicht knallbunt, kitschig oder von Touristen überlaufen vorstellen. Vielmehr stehen Seite an Seite mit wunderschön verzierten Häusern Ruinen oder Baracken, und insbesondere nachts sollte man besser auf der Straße als auf dem Bürgersteig gehen (so kann man die dunklen Hauseingänge besser meiden). Gerade diese Mischung gibt der Stadt aber ein wirklich schönes Ambiente - sie ist auch berühmt als künstlerische Muse (kann ich verstehen).
Direkt neben Valpo liegt Viña (Viña de Mar, wenn man uncool ist). Der genaue Gegensatz. Statt verwinkelten Gassen und schäbig-stimmungsvollen Häuschen findet man hier McDonald's-gesäumte Hauptstraßen und vielstöckige Hotels. Allerdings: Statt eines Güterhafens findet man hier auch einen recht schönen Sandstrand... (das Wetter war zwar nicht allzu toll, und der Pazifik auch echt kalt, aber der Strandtag war trotzdem schön!)
Soweit zur Umgebung, zurück zu meiner neuen Liebe.
Gewohnt haben wir nämlich bei Marcela, einer Freundin Cynthias, die nach einigen vorherigen Sinnes- und Stilwandlungen nun zur vollendeten Hippie geworden ist. In ihrem Haus wohnen also sie, ein kleiner Straßenhund, eine Dame indigener Herkunft (Mapuche) unbestimmten (hohen) Alters, die aufgrund ihres (bewusst gesprochenen) Mischmaschs aus Spanisch (Chilenisch!) und Mapuche ECHT schwer zu verstehen ist und eben... Valentina.
Valentina ist fünf Jahre alt, sie ist Marcelas Tochter. Und genau so wie sie sich auf Anhieb in mich (oder meine blonden Haare?) verliebt hat bin ich hin und weg. Wirklich ein süßes Kind. Und so weiß ich jetzt, dass auch in Chile das "Dschungelbuch" und "Die drei Schweinchen und der Wolf" vorgelesen werden (habe ich gemacht), was Puzzle auf Spanisch heißt (Puzzle) und dass chilenische Kinder noch viel schwerer zu verstehen sind als die Erwachsenen. Es hat schon etwas gedauert, bis Valentina Verständnis für meine Nicht-Muttersprachlichkeit aufbringen konnte ("Cynthia, warum spricht dein Freun dnicht gut Spanisch?").
Nun ja, sie ist fünf. Ich werde sie also wohl demnach nicht sofort heiraten können. In Chile ist heiraten - soweit ich weiß - mit 1 erlaubt, das gibt Birte 11 Jahre Zeit um um mich zu kämpfen. Aber da müssen harte Bandagen her!
Meine Auserwählte und ich
Cynthia und ich
Türkises Haus in Valpo
Cynthia bekommt Blumen geschenkt
Neben bunten Häusern findet man auch die tollsten Grafitti
Bis bald, und viele Grüße aus dem Sommer!
Felix
P.S.: Und jetzt holt mich auch meine "Vergangenheit" wieder ein - morgen Abend geht es los nach Valdivia, auf die National Conference von AIESEC in Chile...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen